Das grüne (blaue) Tuch.

Als Till Eulenspiegel über den Markt schlenderte, sah er eine Verkäuferin, die Tücher in allen Farben verkaufte. Die Verkäuferin fragte eine Bäuerin, ob sie nicht ein Tuch kaufen möchte. „Dieses grüne Tuch würde gut zu ihrer braunen Kleidung passen“, meinte die Verkäuferin. „Wie teuer soll es denn sein?“ „Neun Golddublonen“. „Huch, das ist teuer“, meinte die Bäuerin. „Aber es ist trotzdem schön“. „Na gut, ich kaufe es“. Sie gab der Verkäuferin den gewünschten Preis und schlenderte weiter über den Mark.

In dem Moment kam Till Eulenspiegel auf den Markt und sah die Frau mit dem grünen Tuch. „Euu, ist das Tuch schön“. „Daraus könnte ich mir neue Sachen schneidern, wenn ich es nur kaufen könnte“. „Aber ich habe nicht so viel Geld, um es ihr ab zu kaufen.“ „Dann muss ich es mir durch eine List ergattern, und ich weiß auch schon, welche List“.

Oh, der Herr Bürgermeister und ein Geselle, die kommen mir wie gerufen. Er sprach die beiden an: „Entschuldigung meine Herren, dieses Tuch von dieser Frau ist (findet er) sehr schön.“ „Ja das stimmt“ meinten auch die Beiden“. „Also, ich habe mir auch schon eine List ausgedacht, wie wir an das Tuch heran kommen“, und dann steckten die Drei die Köpfe zusammen und Till sagte, ihnen seinen Plan. „Ja, so machen wie es“, stimmten die Anderen ihm zu.

Sie verteilten sich in einem geringen Abstand. Dann sah die Bäuerin auf die Uhr und sagte: „Oh, ich muss jetzt aber schnell nach Hause“, und sie ging los. Da sprach sie Till Eulenspiegel an: „Sie haben da aber ein schönes blaues Tuch“. „Ich bitte sie“, rief die Frau empört, „das Tuch ist nicht blau, sonder grün, sonst hätte ich es nicht gekauft“.

Da ging der Geselle auf die Beiden zu. „Ach, sie kommen gerade richtig“. „Können sie uns sagen, was für eine Farbe dieses Tuch hat?“ „Es besteht kein Zweifel daran, das Tuch ist blau“. „Aber das Tuch ist grün“, protestierte die Frau wieder.
Da ging der Bürgermeister auf die drei zu. „Aah, der Herr Bürgermeister: „Können sie uns sagen, welche Farbe dieses Tuch hat?“ „Ich habe keine Zeit“, antwortete der Bürgermeister. „Aber bitte, sagen sie es uns“, meinte die Frau. „Na gut, das Tuch ist blau.

„Aber, grrr“, machte die Frau und gab Till Eulenspiegel das Tuch und ging nach Hause. Und Till hatte das wunderschöne Tuch

(Nacherzählt nach einer Schulaufführung)

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